Gute Männer tragen Nagellack
 



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"Gute Männer tragen Nagellack" 2.

24.09.2014
Ohne meine pinken Farbfinger wirklich zu beachten joggte ich um 7:30 Uhr früh los. Ab durch den Stadtpark der keine 3 Minuten von mir entfernt lag. Musste ja erst um 10:00 Uhr ins Theater, wofür ich nur 5 Motorroller - Minuten brauchte. Also hatte ich 1 Stunde für das Laufen und 1,5 Stunden für´s Duschen, Frühstücken, Powerrelaxen (20 Minuten Schlaf mit Weckuhr). Zwei joggende Frauen grinsten mir synchron wie beim Turmspringen zu. Sie hatten eindeutig meinen Nagellack entdeckt. Dies war einfach, denn beim Laufen hatten die Hände eine hohe Position vorm Körper. Ich grinste nun auch und lief weiter. Pinke Nägel passten gut zu taubengraublauen Joggingklamotten und bei meiner doch noch recht braunen Sommerhaut, leuchteten die lackierten Finger wie Glühwürmchen im Dunkeln. Irgendwie fand ich es nun lustig mit diesen Nägeln rumzulaufen. Eine Gruppe Schulkinder begegnete mir auf dem Weg zur großen Wiese vorm Planetarium.
Die Kids waren ca. 12-14 Jahre alt? Drei Mädchen vorn entdeckten mich zuerst und meine pinken Lacknägel. Sie hielten schnell ihre Hände vor den Mund und ihre aufgerissenen Augen deuteten mir ganz klar: Die Mädels wussten nicht was sie mit mir anfangen sollten. Dann hörte ich ein unsicheres Gekicher. Da war ich aber schon an der Gruppe vorbei gelaufen. „Die lernen es noch damit umzugehen“, redete ich mir ein, grinste und joggte weiter und die nächste Begegnung lies nicht lange auf sich warten. Ein älterer Mann auf einem Fahrrad fuhr auf mich zu und nickte mir lächelnd zu, als wenn er Beifall spenden würde. War dieses positive Feedback eine Einbildung gewesen? So überdachte ich noch mal die Situation von eben. Nein! Das war ein ganz ehrliches, nettes Lächeln ohne Hintergedanken und ein Zunicken ohne Falschheit. Ich lief weiter und fand die mir plötzlich entgegengebrachte Aufmerksamkeit äußerst interessant. Eigentlich wäre es zu diesen erlebten Situationen fast nicht gekommen, denn der Regisseur hatte mir erzählt, das man nicht wusste ob ich die Rolle im Theaterstück ausfüllen könnte. Man hätte wohl viel überlegt und ich bekam tatsächlich auch erst die überraschende Information über die kleine Rolle einen Tag vor der Leseprobe am Telefon übermittelt.


Nun steckte ich in einem Abenteuer, von dem wohl niemand so richtig weiss, das ein solches überhaupt existierte. Über ein Gefühl an "tut man nicht als Mann" hinausgehen. Das Abenteuer als htero Mann mit Lacknägeln unterwegs zu sein. Wer hatte das denn schon mal ernsthaft ausprobiert? Ich erlebte es ja nun auch nur durch den Zufall.
Im Theater begegnete ich nun alten Kollegen und Kolleginnen verschiedenster Abteilungen, denen mein Outfit zunächst nicht ganz geheuer erschien. Eine Dragqueen bzw. Transe in Lack und Plateaustiefeln tippelte nicht so oft dort durch die heiligen Theatergänge. Auch wenn es am Theater letztendlich normal war, das zu bestimmten Rollen entsprechende Kostümchen zu tragen sind, so war mein Outfit schon ein heisser Gesprächsstoff und ein 100%er Sprüchegarant. Wegen meinen immer noch lackierten Fingernägeln gabs dann doch ein paar (freundlich gesagt) Hinweise an mich. Eigentlich harmlose Worte, garniert mit einem gewissen Grinsen, vermischten sich zu einer Art Vorwurf: „Wie, Du hast Deinen Nagellack immer noch drauf“?
„Ähem, ja, wegen dem blöden Nagellack – Entferner“, antwortete ich ehrlich, „der stinkt unglaublich und ich will nicht die giftigen Dämpfe einatmen und dann jeden Tag Nägel lackieren und dann wieder runter,..ist doch Quatsch!“ Die Kollegen/innen verstanden das natürlich. Mein Ruf blieb erhalten. Der Typ  machte das nicht aus privater Lust, nein der ist in Ordnung, der trug den Nagellack nur aus rein professionellen Gründen, Gesundheit und Zeitersparnis. Das ich eigentlich schon einen kleinen Gefallen an den Erfahrungen mit pinkem Nagellack an den Händen gefunden hatte, erwähnte ich nicht.
Später nach der Probe erklärte ich auch den Maskendamen den Grund warum ich die Finger nicht abschminken wollte. Wegen den Dämpfen! Boing – Und ich belegte damit den Damen erst mal meine absolute Unkenntnis über Nagellacke und deren Entferner! „Die stinken doch heute nicht mehr, die Nagellackentferner“, sagte mir die eine Maskenbildnerin und hielt es mir zum schnuppern hin. „Und das geht auch ZackZack runter mit Watte!“ Oha. Meine Gedanken waren durcheinander. Da gab es doch also ne positive Weiterentwicklung in Sachen „stinkende Nagellackentferner“ in den letzten 20 Jahren. Das war logischer Weise ja an mir als Mann vorbei gegangen. Ich sagte „Ach Leute ist schon ok, ich lasse den Nagellack drauf, das erspart Zeit beim Aufpinseln!“ Und das war auch wirklich die einzig akzeptable und nachvollziehbare Ausrede die mir blieb um die bunten Finger in der Öffentlichkeit noch ein bisschen ausprobieren zu können. Und dann wollte ich doch auch noch das Internet mal darüber checken....


13.10.14 01:35
 



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