Gute Männer tragen Nagellack
 



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"Gute Männer tragen Nagellack" 1.

„Gute Männer tragen Nagellack!“
 
Lies meine positiven und lustigen Erfahrungen, sowie Gedanken als hetero Mann (insofern diese Angabe für Dich wichtig ist).
 
Ein kurzes Vorwort:
 
Die Idee zu diesem Blog kam mir heute am 12. Oktober 2014. Meine erster Blog im Leben. Ein schmerzhaft gerissener Muskelfaser im Bein hielt mich im Bett. (Die wahre Diagnose erfuhr ich später). Mein Laptop lächelte mich an und ich setzte mein Vorhaben um, das alles aufzuschreiben was in den letzten Wochen passiert war:
 
Plötzlich bin ich ein  "NagelLackMann".

 
23.09.2014
Eine wildfremde attraktive Frau lächelte mich an, fasste meine Hände, schaute und sagte ehrlich begeistert: „Oh wie schön, tragen sie sowas öfter?“ Erstaunt stottere ich ein unsicher gelächeltes „Oh, nein, ja, also....“ heraus. Ich hatte kurz vergessen das meine Fingernägel zum ersten mal im Leben lackiert waren und schaute selbst auf meine Leuchtdioden ähnelnden Fingerenden. Diese waren für eine Fotoprobe am Morgen in der Maske unseres Theater lackiert worden. Ich verzichtete darauf nach der Probe den Nagellack abzumachen, denn in meinen Kindheitserinnerungen roch ich den furchtbar stinkenden Nagellackentferner meiner Mutter immer noch. Dieser lies uns Kinder regelmäßig die Flucht auf den luftigen Balkon antreten um den Anschlag auf unser Atemorgane einigermaßen unbeschadet zu überleben. Der Nagellack wäre ohnehin wieder am nächsten Probentag drauf gekommen. Nun hatte ich mir einmal drauf pinseln und wieder runter machen erspart. Mich sieht ja heute eh niemand mehr, dachte ich, und hatte die farbigen Fingernägel ab diesen Moment einfach vergessen. Es gab wichtigere Dinge zu organisieren, zu planen. Endprobenzeit vor einer Theaterpremiere hat eben viele Baustellen. Und da Männer sich selbst genauso oft auf die Hände schauten wie auf anderer Leute Schuhe, nämlich nie, so waren meine funny, pinky, light neon styled show off, polished Nails, mir aus den Augen und somit einfach aus dem Sinn gewesen.
Die wildfremde attraktive Frau lächelte mich immer noch an, hielt immer noch meine Hände, mitten in Hamburg, direkt vor einem dicht bevölkertem Cafe, was meine Gesichtsfarbe binnen Sekunden erröten lies, da nun jeder Mensch meine Hände sah.  Wie konnte ich seriöser hetero Mann ihr, der attraktiven Frau und allen (gefühlt) guckenden Straßencafegästen, eine halbwegs passable Antwort geben, warum ich pink lackierte Fingernägel trug? War ich nun in aller Augen.....anders, etwa schwul, verrückt oder pervers?
Verdattert platzte es aus mir raus: "Theater! Äh nein nein alles nur für eine Theaterrolle im Theater. Sonst nie! Also nicht was sie denken oder sowas auf der Reeperbahn. Wir haben zur Zeit Proben, ich habe darin eine lustige Rolle, in einem Stück bei dem ein junges Mädchen die Diagnose Krebs bekommt“. Ich betonte zusätzlich noch den bekannten seriösen Theaternamen, der größten deutschen privaten Sprechbühne. Besser ist besser, dachte ich. Das ich eine singende, tanzende und sprechende Transe in Lackkorsage, Netzstrumpfhose und Plateau-Lackstiefeln a la Olivia  mit Hochprücke und 1 Tonne Schminke und Glitter in diesem Theaterstück mimte, verschwieg ich lieber, denn ich wollte von einer solch hübschen Frau lieber als ein potenter Mann wahrgenommen werden. Gedanken und Verhalten spielen sich ja bekanntlich im Unterbewusstsein und im Millisekundenbereich ab und ich staunte selbst darüber, das ich die wohl harmloseste aller Erklärungen gefunden hatte, die mich doch irgendwie noch als „echter Mann“ eventuell dastehen lies, trotz lackierter Neontatzen. „Sehr schön, das steht Ihnen sehr gut, viel Erfolg bei ihrem Stück“, sagte die attraktive Frau und zog lieb lächelnd weiter. Ohne nach ihrem Namen zu fragen oder das Gespräch zu verlängern, nahm ich das anscheinend ehrlich gemeinte Kompliment an, warf noch ein „Danke, bis bald“ hinterher und freute mich einfach über diese Begegnung. Wann bekam ich von einer wildfremden Person oder als durchschnittlicher Mann denn überhaupt jemals ein Kompliment? Und dann noch mitten auf der Straße inklusive anfassen!? Früher doch höchstens von Mutti wenn man als Kind seine Schuhe toll geputzt hatte. Ab dann gab’s für die meisten Männer nur noch Noten, Geld, Medallien. Ne Anerkennungsurkunde mit glitschigen Händedruck oder ein kameradschaftliches Jubeln beim Biersaufwettbewerb. Aber mal wirklich: Ein ehrliches nettes Kompliment mitten auf der Straße wegen farbpolierten Fingernägeln, von einer wildfremden Frau , was einem den Tag versüßt. Einem so richtig ein Lächeln ins Gesicht zaubert durch das man sich so richtig gut fühlt, wie Supermann der gerade die Welt gerettet hat? Das ist einfach nicht zu toppen! Oder? Sind Frauen vielleicht entspannter als wir "Testosteron Männer", weils ab und zu unter ihres gleichen "Nagellack-Komplimente" gab?
Ich ging noch schnell in den Supermarkt, grinsend lächelnd von dem grade erlebten.
Da! Im Pasta und Reis Lebensmittelgang. Der Typ da vom Laden, der Mann der Packungen ins Regal einräumte. Der lächelte mich doch an? Oha! Äh. Weil er meine pinken Fingernägel gesehen hatte? War das ein Kompliment, ein Anbaggern, eine Zustimmung oder musste er beruflich sowieso alle Kunden anlächeln? Mein Hirn routierte, meine Augen scannten die Umgebung ab sofort nun noch genauer.
An der Kasse legte ich meinen Einkauf aufs Förderband. Ich bemerkte die Blicke der wartenden Leute hinter mir. Bildete ich es mir ein? Starrten die alle auf meine Hände? Die Kassiererin sagte spontan zu mir: „Schauen sie mal meine“, und zeigte mir ihre Hände. Sie hatte orange Fingernägel. Ich lachte. Wusste nicht was ich antworten sollte. „Toll, ja, auch sehr schön“, sagte ich locker und spielte mehr Begeisterung für ihre Fingernägel als es für einen Mann Sinn macht. Schiffslacke interessierten mich bislang weitaus mehr. Werde ich denn ab sofort nun in „Nagellack Kompliment und Vergleichs Gespräche“ von Frauen gezogen, weil ich zufällig auch einen drauf habe? Bauten lackierte Fingernägel Barrieren ab? Der Rest von mir ist doch eigentlich optisch und modisch 100% hetero-maskulin. Sprache, Haare, auch mal n 3 Tage Bart. Schauen Frauen eventuell gar nicht auf Muskeln, Sprache, Haare, Bart und Schulterbreite? Sondern nur auf die Hände eines Mannes? Bin ich etwa in ihren Augen kein richtiger Mann mehr, sondern soetwas harmloses, sowas wie ihre Lieblingsfriseurin? Oder sind vielleicht lackierte Fingernägel bei Männern so eine Art alternative Zugangsberechtigung bei Frauen, was wir Heteros bis dato noch nicht herausgefunden hatten? Sehen Frauen in mir nun eine Tucke, ein Mädel, eine Artgenossin außer Konkurrenz oder bin ich ein cooler gepflegter Typ mit lackierten Nägeln, der einfach positiv - witzig ankommt? „Ihren Nagellack finde ich ja Klasse“, war dann die dritte und letzte verbalisierte Ansprache an mich für diesen ersten Tag als "NagelLackMann": Eine unbekannte Frau sagte mir das vor meiner Haustür, als ich den obersten der Post Sammelbriefkästen öffnete, welcher bei uns vor dem Haus am Bürgersteig stand. „Danke“, sagte ich, lächelte und wunderte mich ab jetzt über nichts mehr.
12.10.14 23:56
 



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